Sep 092012
 
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Es begab sich zu der Zeit, als die Marketingabteilung von Microsoft wenigstens offiziell noch nicht auf Linux – Kuschelkurs war. Überall im Lande verkündeten die fürstlich entlohnten Herolde des amtierenden Königs William, dem ersten Ferengi von Microsoftesien, die Heldentaten des Monarchen. Gleichzeitig beschrien sie die Uneinigkeit und mangelnde Beschlussfähigkeit des oppositionellen Herausforderers.

Dies geschah solange, wie das Volk es hören wollte. Danach überlegte man sich eine andere Taktik des Kampfes und der Verwirrung.

Untertanen brauchen Führung

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.. und ein geschlossenes hat nur Vorteile? (Red.)

Wie bewerteten damals die Experten von Microsoft das freie Betriebssystem? Die Freiheit, verschiedene Oberflächen mit dem Kernel zu verbinden, wurde gegenüber der Öffentlichkeit als großer Nachteil dargestellt, – Vielleicht können wir uns noch an die Mutantenpinguine erinnern, mit denen MS um die Gunst der OS-Wählerschaft warb.

Auch wenn diese MS – Werbung tatsächlich einen Vorteil von Linux, die Freiheit, ansprach, sollte sie in der Hauptsache die Überlegenheit der eigenen einfachen und unkomplizierten Fensterlösung gegenüber einem System zeigen, dass auf die Qual der Wahl  ausgerichtet ist. Hier sollte suggeriert werden, dass sich mit Linux zu beschäftigen, so aufwendig wäre, vergleichbar mit dem studieren jedes einzelnen Wahlprogramms einer nach dem ersten Weltkrieg aufstrebenden Splitterpartei.

Untersuchen wir die Hintergründe.

Ein X für ein U vormachen

Vergleichsweise will die Tabakindustrie in der Zigarettenwerbung den Gedanken des offensichtlich abhängig machenden Glimmstengels in den Köpfen so umkehren, dass er mit Freiheit assoziiert wird. Eine weite Steppe, die romantische Arbeit eines Cowboys auf dem Rücken eines Pferdes bei Sonnenuntergang, Lassotricks, der Kaff’ über dem knisternden Feuer und die obligatorische Fluppe am Abend zeichnen ein Bild von erfolgreichem Tagewerk, großer Freiheit und verdienter Entspannung.

Auch der “liberte toujours” – Typ , der in Mentos – Manier sein schmutziges Gefährt, im Vergleich zu dem spießig dargestellten Opponent, mit höchster Effizienz reinigt, soll dem Raucher das Gefühl geben, dass er zu einem erlesenen Kreis von chillenden Intelligenzbolzen gehört.

Hier wird klar, wie Marketinginstrumente wirken und wirken wollen.

Die Wahrheit findet einen Weg..

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Bill Gates als Ferengi von 6mm-minis.blogspot.de

Natürlich wird ein Unternehmen, welches hauptsächlich vom eigenen hergestellten Betriebssystem lebt, nicht die Vorteile des Konkurrenzsystems anpreisen.

Abseits von Werbung und Marketingstrategien finden manchmal interessante Fakten ans Tageslicht. Beispielsweise, dass auch zur gleichen Zeit, wie die MS – Anti-Linux – Bewegung  ganz groß im kommen war, das damals (wie mögl. heute) der Windows – Update – Service teils mit Linux – Maschinen realisiert wurde. Auch die sogenannten Halloween – Dokumente, teils Interna von MS, zeigten, dass der Konzern sehr wohl um die Vorteile des Open Source Betriebssystems wusste und weiß.

.. die Unwahrheit leider auch

Was lernen wir daraus? Um sich ein möglichst objektives Bild von einer Sache zu machen, scheint es notwendig zu sein, etwas eigene Energie in die Informationsbeschaffung zu stecken. Oder. Wer nur auf Marketing vertraut, wird sicher nicht immer mit nützlichen Fakten gesegnet.

Allerdings werden die Konsumenten auch aufgeklärter und  rennen nicht mehr so einfach jeder Strömung hinterher. Das führt natürlich dazu, dass Werbung immer subtiler und unterschwelliger die manipulierende Botschaft verbreiteten muss, um noch effektiv sein zu können.

Wie sind die Aussagen der MS-Werbung zu bewerten? Zugegeben, es kostet es Zeit, sich mit Linux zu beschäftigen. Viele Möglichkeiten beinhalten für den interessierten Neuling sicherlich ein paar Momente der Orientierung. Entgegen der schon angesprochenen Schwarzmalerei ist mit Linux zu arbeiten nicht mehr oder weniger kompliziert erlernbar, wie beispielsweise Windows. Es ist halt anders.

In dem interessierten Benutzer Informationsängste zu schüren, hält ihn prophylaktisch davon ab, sich mit mit dem Open Source – Betriebssystem zu beschäftigen. Diese Art von Marketing könnte man als unmoralisch bezeichnen, da die Wahrheit verschleiert wird.

Freie Entscheidung

ıllıllı Wer will schon in der Bäckerei von der großen Auswahl erschlagen werden, wenn er die einzigartige Möglichkeit hat, jeden Tag das gleich abgemessene Brot zu genießen, dessen bekannter Geschmack die Rezeptoren der Zunge und des Gaumens nicht zu sehr überfordert.

Warum sollte ich mich mit Hintergründen beschäftigen? Warum sollte ich das System hinterfragen? Warum sollte ich mein System hinterfragen. Alles Quatsch?

Dann hat der Imperator schon gewonnen. ;) ıllıllı

>>>Umstieg auf Multimedia Linux behandelt das Thema nicht rein technisch, sondern befasst sich zudem mit Hintergründen rund um das Thema Open Source und freier Software im Vergleich zu kommerzialisierter Software. Nebenbei und im weiteren Verlauf der Serie werden technische Fragen aus  dem Softwarebereich beleuchtet.<<<

Hier sind die letzten Folgen der Artikelserie:

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