Sep 252012
 
spidertux

Aktuell raten Sicherheitsexperten davon ab, den Internet Explorer zu nutzen. Zum Beispiel warnt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vor dem Surfen mit dem verbreiteten MS Browser.

Hacker nutzen wieder einmal einen neu entdeckten Fehler. Diese Schwachstelle würde bereits in gezielten Angriffen ausgenutzt. Zudem sei der Angriffscode auch frei im Internet verfügbar, schreibt das BSI auf seiner Webseite.

Das ist nur eine von vielen Schlagzeilen zum Thema PC Sicherheit. Wie sicher ist das kostenfreie Open Source Betriebssystem im Vergleich zur Konkurrenz?

Damit beschäftigt sich der aktuelle Teil der Artikelserie:

Umstieg auf Multimedia Linux Teil 9 – Gehts auch sicherer?

Lässt es aggressives Marketing überhaupt zu, über die Schwachstellen des eigenen Systems die Anwender so offen wie möglich zu informieren. Ist halt Ansichtssache, ob zum einen über die Angriffsmöglichkeiten objektiv informiert wird oder ob positiv herausgestellt wird, was man alles an kostenlosen oder kostenpflichtigen Geschützen gegen die Krankheit verursachenden Winzlinge im Repertoire hat.

Die Meldung einer Sicherheitslücke hie und da bringt den von Informationen gestählten Otto Normal User nicht aus der Fassung. In Kürze würde diese Sicherheitslücke ob der brachialen Kompetenz des OS Herstellers in Sachen Sicherheit bestimmt wieder geschlossen.

Aus großer Kraft folgt große Verantwortung

Mehr Sicherheit mit Linux

Sorgt in der Nachbarschaft für Sicherheit – Spidertux

Im Mittelalter war es einfacher für hohe Würdenträger, den Bauern und dem einfachen Volk mittels glatten Reden oder Texten und Fremdwörtern in Latein ihren Willen aufzuzwingen. Durch ihr quasi Monopol war es einfach, die eigene Macht zu missbrauchen. Das ging solange gut, bis sich einzelne bemühten, das einfache Volk aufzuklären, z.B. indem man die tote Sprache in die des jeweiligen Volkes übersetzte.

Heute kann ein Unternehmen mit gefühlter Monopolstellung tatsächlich raffinierten Zucker als “Extra Portion Milch” verkaufen, solange es noch besorgte Eltern gibt, die an diese Marketingbotschaft glauben.

Aber kommen wir noch einmal zurück zum Thema.

Sicherheit im Computerbereich – Eine Illusion?

Die einen sagen, Sicherheit im PC Bereich ist möglich. Die anderen sind der Ansicht, Sicherheit ist lediglich eine Illusion. Nicht mehr, als ein gutes Gefühl, das einem überkommt, wenn man einen starken Kumpel an der Seite hat. Um dieses Gefühl der Sicherheit zu vermitteln, vertreiben Softwarehersteller Unmengen an Tools gegen Viren, Spyware und andere Angriffe. Um wiederum das Gefühl der Sicherheit zu haben, lassen sich die Kunden einiges kosten.

Die Software verspricht Schutz vor den schlimmsten Attacken des Internets auf das eigene digitale Hab und Gut.

Vertrauen ist nicht alles

Dass durch die Hochrüstung mit digitalen Atomwaffen möglicherweise der  Arbeitsbetrieb stark verlangsamt oder blockiert werden könnte, kommt vielen Nutzern nicht in den Sinn. Sicher kann man nicht von Jedem verlangen, dass er sich mit technischen Details bis ins Kleinste beschäftigt.

Von Fachbegriffen wie Firewall und Portblockade benebelt, sucht der Nutzer nicht nach technischen Antworten, sondern nach jemandem, der diese Antworten kennt. Auf seiner Suche findet er zumindest jemand, der vorgibt Spezialist für Sicherheit zu sein. Wie schon oben angesprochen, ist das Thema Sicherheit eine Gradwanderung zwischen Vertrauenssache und Marketing.

Doch je mehr man sich mit der Materie beschäftigt, desto weniger hypochonderartig überstürzt und unüberlegt wird die Handhabung dieser Angelegenheit. Naja, die teuer eingekauften hyperthreadenden Zusatzkerne sollen ja auch etwas zu rechnen haben.

Aller Marketing Häme zum Trotz gibt es zum Thema Mehr Sicherheit mit Linux im Vergleich erschlagende Argumente.

Wie kann Linux weniger unsicher sein?

Die im Vergleich zu anderen Systemen strenge Verteilung der Zugriffsrechte ist ein Pluspunkt.

Durch die kostenfreie Verfügbarkeit können Nutzer das System in unterschiedlichsten Szenarien vom Desktop über Server bis zum Webserver installieren und dort ausgiebig die Stabilität oder die  Sicherheit untersuchen. Natürlich hängt die Sicherheit bei Serversystemen auch vom Grad der Erfahrung der Administratoren mit dem System ab. In der Menge kommen so in kurzer Zeit viele Testjahre zusammen.

Dadurch, dass das Open Source System nicht auf eine Hardware Architektur festgelegt ist, sind, wenn überhaupt, nur bestimmte Teile angreifbar, auf deren Hardware die Schadsoftware optimiert ist.

Linux ist weiterhin quelloffen. Dies führt auch dazu, dass der Quelltext von mehr Menschen studiert wird, als dies bei kommerziellen Programmen der Fall sein kann, wodurch Sicherheitsprobleme schneller gelöst oder Fehler gefunden werden können.

Anstatt größerem Regenschirm das Wetter verbessern

Viele Linux-Distributionen bieten automatisiert Sicherheitsaktualisierungen für die bereitgestellte Software an. Aktualisierungen gibt es zwar auch bei anderen Betriebssystemen, aber nicht für alle installierte Software. Die Updates funktionieren zudem nicht durchgehend und automatisch oder ist sind kostenlos.

Wegen der allgemein verfügbaren Sicherheitsaktualisierungen sind Antivirenprogramme für Linux wenig verbreitet. Bekannten Lücken werden bereits über die Aktualisierungen geschlossen. Antivirenprogramme für Linux werden hauptsächlich eingesetzt, um Datei- und Emailserver auf Viren für andere Betriebssysteme! zu untersuchen.

Diese Infos oder Fakten wurden zwar nie in einer großen Werbekampagne veröffentlicht. Im Gegensatz zu den üblichen Werbeversprechen sind sie für jeden nachvollziehbar.

Als Spezialist für Computersicherheit ;)  nutzt Microsoft die Vorteile von Linux für die eigenen Netze.

Vertrauen Sie mir, ich weiß, was ich tue

In kürze dürfte die öffentliche Aufregung über die anfangs erwähnte Sicherheitslücke verklungen sein.

Die Medien wenden sich neuen Themen zu, einige Köpfe sind gerollt und alles ist in bester Ordnung, offen gelegt und nicht mehr der Rede wert. Nur warum wird das so sein? Von Zeit zu Zeit wird immer Gras über eine Sache wachsen, wenn die Marketingabteilung gute Arbeit leistet.

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8 mal sicherer?

Na dann bis zum nächsten Skandal.

ıllıllı Was wäre, wenn du überzeugt davon wärst, du ganz genau weißt, was das  System, mit dem du arbeitest, tut. Oder anders ausgedrückt. Wenn du dir die Zeit nehmen und das know how hättest, dass du dich davon übereugen könntest. Es stünde dir frei, den kompletten Quellcode des Linux-Kerns auf Unsicherheiten zu prüfen.

Als Alternative gibt es die Ungewissheit über das, was im Hintergrund abläuft und welche Daten im Hintergrund gesammelt werden und an den monopolistischen Hersteller weitergegeben. Gibt es eine Steigerung des Wortes sicher? Sicher, am sichersten? Ist Sicherheit nicht etwas absolutes oder definitives? So wie weiß oder schwanger? Oder ist Sicherheit relativ, so mit vielen Abstufungen? Im technischen Bereich spricht man ja auch nicht von Unterdruck, den es physikalisch nicht gibt, sondern von negativem Überdruck. Relativ gesehen, müsste man von Linux als von weniger unsicher sprechen. Weil, was ist schon sicher?  ıllıllı

>>>Umstieg auf Multimedia Linux behandelt das Thema nicht rein technisch, sondern befasst sich zudem mit Hintergründen rund um das Thema Open Source und freier Software im Vergleich zu kommerzialisierter Software. Nebenbei und im weiteren Verlauf der Serie werden technische Fragen aus  dem Softwarebereich beleuchtet.<<<

Hier sind die letzten Folgen der Artikelserie:

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