Jan 012015
 

So, wie schon länger versprochen, möchte ich hier, auch wenn es etwas länger dauerte, eine kleine Messe Nachlese der LinuxCon in Düsseldorf beginnen.

Wie war das Linuxjahr 2014? Mein Jahr war sehr geschäftig und so fand ich nicht so viel Zeit für den Blog. Die drei Tage auf der Linuxcon 2014 / Cloudcon / Embeddedcon waren einfach überwältigend. Ich schreibe über das Messefeeling, ein kleines Experiment, welches möglicherweise wenige zur Kenntnis genommen hatten und meine subjektiven Eindrücke.

Nachdem ich das komplette Wochenende auf einer ganz anderen, aber besonderen Veranstaltung gewesen war, hatte ich natürlich nicht die Möglichkeit, relaxt Montag früh auf der LinuxCon / EmbeddedCon /CloudCon zu erscheinen. Tatsache, es war nicht nur meine allererste LinuxCon. Und nun hier mein Outing: Es war meine absolut erste öffentliche Linux / Open Source Veranstaltung, welche ich je besucht hatte. Man mag es nicht für möglich halten, aber so ist das.

Kongresszentrum in Düsseldorf

Kurz nach 5:00 morgens fuhr ich nun quer durch Deutschland, ins von mir aus weit südliche Düsseldorf. Unterwegs machte ich mir so meine Gedanken, wie so eine LinuxCon ablaufen würde. Im Vorfeld wusste ich, ich würde es mit Ausstellern, von denen einige auch Sponsoren der Messe waren, mit Vertretern der ehrwürdigen Linux Foundation, einigen bekannten Gesichtern und großen Namen und Auditoren zu tun bekommen.

Jedenfalls war mir, wie geschrieben, nicht klar, was mich erwarten würde. Live Kontakt mit Linux Unternehmen oder Geeks aus der Linux Szene hatte ich bisher selten, bis auf Foren und meinen Blog natürlich. Ich freute mich zwar schon auf die Fachsimpelei und Erfahrungsaustausch mit linuxbegeisterten Anwendern und Entwickern. und doch blieb ein etwas mulmiges Gefühl… welches auf der LinuxCon allerdings schnell wie weggeblasen war. Doch dazu später mehr.

Und besonders erwartete ich, kleiner Linux Ensign, vielleicht auch nur Citizen, natürlich die Stippvisite von Linux Kernel Linus Torvalds, der als Sprecher angekündigt wurde. Mal sehen, ob ich den Linux Gründer und Erfinder zu Gesicht bekommen würde.

Nein Leute, Euer Multimedia Blogger hält nichts von besonderer Menschenverehrung oder Autogrammjägern. Und diese Einstellung scheint sich wirklich auch durch die Messe zu ziehen. Hier waren viele Anwesend, die sich in welcher Art auch immer um Linux oder Open Source verdient gemacht haben.

Keine Starallüren und allerorts Hilfsbereitschaft

Mein erster Eindruck deckte sich nicht mit meinen Befürchtungen, das wenigste wäre, mein Englisch reiche nicht aus. Da die Messe in Deutschland stattfand, gab es viele deutschsprechende Besucher, jedoch gerade die Aussteller waren zu 99 % rein englischsprechend. Die Kommunikation hat super geklappt und machte viel Spaß.  Teils konnte ich meine mittlerweile guten Russisch Kenntnisse einsetzen, da auch viele Besucher und einige Aussteller aus den östlichen Staaten angereist waren. Hier war die Freude über mehr Verständnis beidseitig vorhanden und Interviews wurden dadurch erleichtert.

Auch hier mehr Speed mit Linux

Hie und da triffst du Leute, die am Kernel mitarbeiten oder an Distributionen wie Debian oder Leute vom KDE Projekt, wie mir das 2014 passiert ist.

Gerade was die Anwesenden betraf, wurde ich über die (in Bezug auf Fachbereiche) und kulturelle Vielfältigkeit überwältigt. Hier gab es nicht nur typischen Netzwerk-Admin oder den Entwicker-Freak, sondern zudem Headhunter, Unternehmer, Wissenschaftler, Ingenieure und und und..

Aussteller und Sponsoren

Und trotzdem sah man das niemandem an oder merkte irgendeine Tendenz zur Grüppchenbildung oder Abwinken bezüglich Kreativenkonferenz besonders wichtiger VIPs. Ok, das eine oder andere Interview fand schon in manch hinteren Räumen statt. Das war jedoch geplant und zeit technisch wichtig. Leute, die viel beschäftigt sind, haben nicht immer so viel Zeit, wie ich gerade auf der Messe hatte, um mit vielen Anwesenden zu plaudern.

Gerade die Aussteller fühlten sich frei, besonders ausführlich Auskunft über die aktuellen Projekte zu geben. Sei es die patentierte Search Engine oder  über die eingesetzte Distro des Rasperri Pi Clones. Daumen hoch, so war der Eindruck.

Yes we can Embedded Linux-Platine too!

Experiment: Welchen Tunnel nimmt der Linux Geek?

Ort: BMW-Stand

Versuchspersonen: Messebesucher (Linux Geeks)

Hilfsmittel:

  • Aktuelles Automobil von BMW
  • Junge hübsche Linux Software Entwicklerin (JHLSE) als Köder Nr.1
  • Koffer mit Linux Platine als Köder Nr. 2

Linux contra Limousine

Aufbau des Experiments: Man nehme einen aktuellen blank gewienerten BMW und hiefe ihn in den 2. Stock der LinuxCon und versuche, die Aufmerksamkeit der Messebesucher auf sich zu ziehen. Dazu achtet man darauf, wenn möglich zu den vorhandenen BMW Linux Entwicklern noch eine junge! hübsche!! Linux Entwicklerin!!! zur Seite zu stellen. In unserem Versuchsaufbau hat man das alles geschafft und Köder Nr.1 geschickt in Szene gesetzt.

So nun zum Köder Nr.2, dem Koffer. Dieser wird auf der Theke des Standes plaziert. Soviel zum Aufbau des Experiments.

Linux contra Lustobjekt

Nun die wissenschaftliche Frage: Welcher Versuchsaufbau übt die größte Anziehungskraft aus. Auf der LinuxCon, versteht sich! Werden sich die hauptsächlich männlichen Messebesucher darum schlagen, das Automobil und /oder die JHLSE Mitarbeiterin  zu begutachten? Auf dem Münchner Oktoberfest, wäre die Antwort sicherlich eindeutig im vornherein klar. Nicht so auf der LinuxCon, denke ich.

Ich war wirklich gefühlte 6 mal am Stand von BMW und tatsächlich. Kein einziges mal sah ich jemanden im Auto oder über den Lack streichen. Der Sicherheitsmann, der daneben saß und drauf achten sollte, dass niemand die Kiste anschmeißt, war ziemlich arbeitslos.

Es wurden also Fragen nach Prozessor, Distro, Embeddedetc bestellt und nicht nach Hubraum, Verbrauch oder Schuhgröße oder Kontaktdaten der Mitarbeiterin.

Ein erfolgreiches Experiment, welche der Nachwelt lange in Erinnerung bleiben sollte 😉

Linux loves Leitplanke

Interessant, dass es sein kann, dass ein niegelnagelneuer BMW ausgestellt wird und sich niemand dafür interessiert, sondern nur für ein weniger aerodynamsches Köfferchen, dass die Linux Technik für das Boradsystem beinhaltet.

Running linux needs power

Eines der besten Möglichkeiten des Austauschs war für technisch Interessierte sicherlich die Zeit des Essens. Morgens, Mittags, sowie über den ganzen Tag verteilt wurden alle Messebesucher von Kaffee bis Obst mit allem physischen versorgt, was zur angenehmen relaxten Athmosphäre sehr beitrug.

Hier ergaben sich teils interessante und lehrreiche Gespräche.

Top Organisation ..

.. nette Bedienung

.. viel Raum für Innovationen

Open Source makes Money

Noch lange bevor politische Kräfte in großen Städten darüber abstimmen, ob der Umstieg zu Linux eine gute Idee war, gibt es Firmen, die erfolgreich die IT von Unternehmen neu strukturieren, um die vielen Vorteile von Open Source und Linux zu nutzen.

Und für Öffentlichkeits- und Sponsorarbeit bleibt dann auch noch Zeit, wie das  folgende Foto dieses zeigt.

Vorab stelle ich hier, gefilmt von meinem Nexus 5, ein Interview aus der ersten Reihe von Raum 1 in Düsseldorf zur Verfügung.

Die drei Teile der Videos, in denen Linus Torvalds, Linux Gründer und Coredesigner, Fragen zur Politik und mobilen Zukunft des Linux Kernels beantwortet, sind auf diesen und die nächsten zwei Artikel verteilt. Natürlich gibt es das Interview schon länger auf meinem Youtube Kanal. Viel Spaß beim schauen.

 

Das Interview leitet Dirk Hohndel.

 

 

 

 

 

Interview mit Linus Torvalds auf der Linuxcon 2014 Teil 1

Und: Hier gehts zum 2. Teil der Artikelserie (link)

 

ıllıllı  Wie gesagt, hier nur kurz ein paar Eindrücke der CloudCon 2014 in Düsseldorf. Der Auftritt von Linux Torvalds am dritten Tag war sicher der Höhepunkt der LinuxCon. Man hörte, dass er nicht auf jeder Messe erscheint. Das kann man sich auch vorstellen, denn wie jeder von uns, gibt es ja neben dem Marketing oder Präsentation auch das richtige Leben, in dem Verpflichtungen auf einen warten. ;-)ıllıllı


knabbertux3.jpgMein Open Source Pinguin knabbert liebend gerne beim schreiben und recherchieren. Wenn Ihr ihn füttern möchtet, geht das einfach über Paypal.
Jede kleine Makrele ist willkommen 😉 :
Ein fröhliches Crunch Crunch und weiterhin viel Spaß beim lesen.

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